Reliquien

DIE MÜNZE IM MAUL DES FISCHES

Vor dem Pessach-Fest zu Beginn des hebräischen Monats Adar erinnerten die Eintreiber an die jährliche Tempelabgabe. Am ersten Tag des hebräischen Monats Nissan, mit dem Beginn des Tempeljahres, konnten die Abgaben dann für die täglichen Opfer verwendet werden. Überschüsse wurden für andere Ausgaben des Tempels verwendet.

Am fünfzehnten Tag des Adar wurden im ganzen Land Geldwechslertische aufgebaut, um die Jahresabgabe entgegenzunehmen. Die Talmudtraditionen erwähnen mehrere Städte in Galiläa, in denen Listen gesammelt und nach Jerusalem überbracht wurden. Nach zehn Tagen, am 22. Adar,

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ZUR GESCHICHTE DES TURINER GRABTUCHES

 

Die moderne Diskussion um das Turiner Grabtuch wurde am Ende des vorigen Jahrhunderts durch den französischen Kanoniker Ulysse CHEVALIER, einen bedeutenden Historiker, eröffnet. Auf Grund von Urkunden, die er zum Teil selbst entdeckt hatte, kam er zu einem entschieden ablehnenden Urteil: Das Tuch sei das Werk eines französischen Malers aus der Mitte des 14. Jahrhunderts. Seine Auffassung fand bei vielen Historikern von Rang lebhafte Zustimmung, so bei den Bollandisten, bei H. GRISAR S.J., P. M. BAUMGARTEN, J. BRAUN S.J. U. a. Ebenso urteilt

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DER KELCH CHRISTI

 

1399 ordnete König Martin I. auf Drängen des Gegenpapstes Pedro de Luna alias Benedikt XIII. eine Verlegung der Reliquie in die Palastkapelle von Saragossa, dann nach Barcelona an. Seine Nachfolger brachten den Kelch zunächst in die Kapelle der neuen Residenz in Valencia, bevor er schließlich den Domherren der dortigen Kathedrale übereignet wurde. Dort wird er, längst als Santo Caliz bekannt, seit über 500 Jahren in einem Schrein einer Seitenkapelle verehrt. Noch heute erkennt man auf der Oberseite seines Fußes jene geheimnisvolle Inschrift, die Wolfram von Eschenbach erwähnt, und

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DER GRAL CODE

 

Tatsächlich wurde im 12. Jahrhundert im Norden Spaniens ein mörserförmiger Trinkbecher aus Achat als Reliquie des Abendmahlskel­ches Jesu verehrt. Das älteste uns erhaltene Dokument, das von seiner Existenz zeugt, ist eine Urkunde aus dem Jahre 1134, die erwähnt, dass el Caliz en que Christo Nuestro Senor consagro su Sangre — „der Kelch, in dem Unser Herr Jesus Christus Sein Blut geweiht hat" —, in dem Kloster San Juan de la Pena im Pyrenäenvorland gehütet wurde. Dass dies bereits ein halbes Jahrhundert vor der Entstehung des „Perceval" von Chrdtien de Troyes geschah,

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HEILIGES BLUT, HEILIGER GRAL

 

Denn seit „Der Heilige Gral und seine Erben" von Lincoln, Baigent und Leigh 1982 zum Weltbestseller wurde, unzählige Nachahmer fand und schließlich auch Dan Brown inspirierte, steht der Gral nicht mehr für ein geheimnisvolles Trinkgefäß, gar den Abendmahlskelch Christi, sondern für einen Code, hinter dem sich das größte Geheimnis der Christenheit verbirgt. San Greal, so wird den Lesern von Browns atemberaubend spannenden und hanebüchen idiotischen Machwerk geradezu mantramäßig suggeriert, stünde für Sang real, „königliches Blut". So behauptet der fiktive Gralsexperte des Romans, Leigh Teabing: „Wenn

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