DIE KATHARER

 

Nur vier Jahre nach dem fatalen vierten Kreuzzug, der mit der Plünderung Konstantinopels endete, rief Innozenz III. (1198-1216), glanzvoll und genial, selbstbewusst, aber auch selbstherrlich wie kein anderer Papst des Mittelalters, zu einem neuen Kreuzzug auf. Doch der Feind saß diesmal nicht jenseits des Mittelmeeres, sondern inmitten eines christlichen Landes, im Süden Frankreichs. Ein ganzer Landstrich, so schien es, war dort einer Häresie verfallen. Das Pyrenäenvorland, das reiche Okzitanien, befand sich weitgehendst in den Händen der Katharer, einer Sekte, aus deren Selbstbezeichnung (griechisch katharoi, „die Reinen") und der volksetymologischen

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